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Beschreibung

Die Ausstellung

Menschenschicksale - Deutsche Staatsangehörigkeit im Dritten Reich Die Ausstellung zeigt den rücksichtslosen Missbrauch des Staatsangehörigkeitsrechts durch die nationalsozialistischen Machthaber auf, der sich gegen eingebürgerte Juden und die im Ausland lebenden politischen Flüchtlinge richtete. Die auszugsweise dargestellten Einzelschicksale zeigen eindringlich den nationalsozialistischen Rassenwahn und die staatliche Willkür.
Unter den von den Nationalsozialisten Verfolgten befinden sich auch viele Prominente, die aufgrund ihrer kritischen Einstellung zum Regime, ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung ausgebürgert wurden. Die Ausstellung des Bundesverwaltungsamtes dokumentiert u. a. die Ausbürgerungen von Kurt Tucholsky, Hannah Arendt, Albert Einstein und Else Lasker-Schüler.

Vortrag »Warum und wozu Wiedergutmachung?«

Das Recht des einzelnen Menschen galt in Deutschland zwischen 1933 und 1945 nur unter Vorbehalt des Nutzens für die „Volksgemeinschaft“. Daran orientierten sich Rechte und Freiheiten des Einzelnen, aber auch die Rechtfertigung von Verfolgung, Terror und Mord. In ihrem Bestreben, ein demokratischer Rechtsstaat zu werden, stellte die Bundesrepublik Deutschland die Rechte der einzelnen Menschen wieder her. Von großer Bedeutung hierfür war die Idee der „Wiedergutmachung“. Sie gab den Betro enen das Recht, vom deutschen Staat eine Art Schadensersatz für die erlittene Verfolgung einzufordern oder einzuklagen. Im Vortrag wird dieses u. a. an einem Bremerhavener Beispiel erläutert.

Moderierter Liederabend »Entartet - verdrängt - vergessen«

Zemlinsky, Schreker, Schonberg und Korngold waren bis in die 1930er Jahre hinein als Komponisten, Dirigenten und Lehrer zentrale Persönlichkeiten in Wien, Prag und Berlin. Der ideologische Makel, „jüdisch“ und damit „entartet“ zu sein, haftete ihnen jedoch noch weit über das „3. Reich“ hinaus an. Es scheint, dass diese Zeit überwunden ist und wir heute ihre bahnbrechenden Kompositionen ohne Vorbehalte erleben können.
Heidi Kommerell, als Solistin und Kammermusikerin international bekannt, bringt seit 1990 die Musik zu Unrecht vergessener Komponistinnen und Komponisten in ganz Europa, Lateinamerika, Israel, USA und Asien zu Gehör. Zusammen mit Sabine Ritterbusch, seit 2010 Professorin für Gesang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, erarbeitet sie moderierte Liederabende.

Vortrag »Staatsangehörigkeit: Positionen, Debatten, Perspektiven«

Welche Bedeutung spielen nach 1945 die zwei deutschen Staaten und die spätere Wiedervereinigung? Welche politischen Positionen gab es in den 1990er Jahren mit vermehrten Einbürgerungsverfahren? Die Konsequenzen der seit dem Jahr 2000 geltenden Optionsregelung werden seit Kurzem wieder kontrovers diskutiert. Entsprechend der Regelung müssen sich Heranwachsende, die Kraft Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, zwischen dem 18. und dem 23. Lebensjahr für die deutsche Staatsbürgerschft oder die ihrer Eltern entscheiden. Die „Optionspflicht“ ist ebenso umstritten wie der Zusammenhang von Einbürgerung und Integration. Es werden zentrale Thesen und Argumente vorgestellt.

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