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Beschreibung

(Er)FINDE DICH neu - Meine Seele grüßt deine Seele

INKLUSION ist weitergehend als Integration. Sie schließt alle/s ein und und stellt ganz neue Fragen nach der NORM-alität. Alle sind in ihrer Unterschiedlichkeit Willkommen und bei diesem Ansatz findet eine Wertschätzung der Vielfalt statt. Inklusion ist bereits seit 1970 eine Bewegung in den USA. Die UNESCO Weltkonferenz setzte 1994 in Salamanca einen Verstärker und INKLUSION wurde als wichtigstes Bildungsziel im Weltmaßstab vereinbart.
In der UN-Konvention von 2006 fordern die Vereinten Nationen das Recht auf Bildung für Menschen mit einem sog. Handicap. Diese UN-Konvention ist seit dem 26. März 2009 für alle Bundesländer in Deutschland gültig. Eine INKLUSIVE SCHULE ist eine Schule in der alle Kinder und Jugendlichen gleiche Bildungschancen haben. Jede/r SchülerIn soll in seiner/ihrer Würde und Persönlichkeit wahrgenommen werden. Zwar werden im Bundesland Bremen für diesen Prozess Strukturen geschaffen, die erforderlichen Mittel für eine wirkliche Umsetzung an den Schulen aber lassen noch auf sich warten.
Um unseren Beitrag als UNESCO Schule zu diesem Menschenrecht zu leisten haben wir im "(Er)FINDE DICH neu" - Projekt versucht, Kommunikationsanreize über Tanz und Musik für ein Miteinander auf einer Augenhöhe mit sog. Autistischen Kindern des Vereines "Alles wird gut" e.V. und Jugendlichen/ jungen Erwachsenen der Bremerhavener Tanz-Oase e.V. der Lebenshilfe mit einem sog. Down Syndrom zu schaffen. Der Verein "Alles wird gut " e.V. ist von ehemaligen SchülerInnen der KLA gegründet worden. Der Anspruch von "Er)FINDE DICH neu" lag für alle Beteiligten gleichermaßen darin, über Kunst und Kultur eigene Grenzen zu überschreiten und Gemeinsamkeiten in diesen Prozessen erfahrbar und fühlbar zu machen.
Unser Sprachgebrauch neigt oft unbedacht dazu, vermeintliche Unterschiede zu schaffen, zu erhalten oder zu verstärken. Darum wir den Schwerpunkt stark auf non-verbale Öffnungsanreize aller an diesem Projekt beteiligten Kinder, SchülerInnen, KünstlerInnen, Eltern und Begleitpersonen gelegt haben.

Break-Dance Workshop im Schaufenster Fischereihafen

Bereits in den Sommerferien 2012 haben wir mit den ersten Begegnungen zwischen den Kinder des "Vereins alles wird gut" e.V. und den Break-Dancern der ESCAFLOW Crew, den K.O.-TixX und Funky Moves begonnen. Diese Prozesse des gegenseitigen Kennenlernens können nur Schritt für Schritt erfolgen. Im Schaufenster Fischereihafen fand der erste Tanz-Workshop mit den Alles-wird-gut Kindern und weiteren Kindern statt, die an dem Tanzworkshop interessiert waren. Da einige Alles-wird-gut - Kinder um ein Vielfaches lauter hören haben wir nach diesem ersten Workshop die Musik umgestellt, weil nicht alle Kinder diesen Rhythmen und Beats gewachsen waren.

Ein Workshopnachmittag im Stadtteil Lehe

In der LEBENSLUST im Bremerhavener Stadtteil Lehe haben wir dann in den Sommerferien 2012 einen weiteren und sehr enstpannten ganzen Nachmittag verbracht, der uns allen unvergessen bleiben wird. Die Stimmung war die einer Großfamilie. Bauchrednerin Yana Kühtze war mit ihrem Freund Dino am Start. Besonders Dino hat viel über Respekt, Freundschaft und Unterschiedlichkeit erzählt. Eine richtige kleine Lektion hat er dann über Ebbe und Flut gehalten. Der europaweit bekannte Jongleur Andy Gebhardt war ebenfalls mit seinen Freunden ganz anderer Art - den Zigarrenkisten - am Start. Die gesamte Gruppe war offen und verfolgte vom ersten bis zum letzten Moment konzentriert das Geschehen.
Wie selbstverständlich durfte im Anschluss mit Dino gesprochen und hantiert sowie selber mit den Zigarrenkisten jongliert werden. Vor einer gemeinsamen Kaffeepause mit vielen Gesprächen wurden die Break-Dance Sequenzen weitergeführt. Dieser Nachmittag war einer der vollkommenen Nachmittage im Leben, in denen alle dankbar sind und das Leben zu schätzen wissen.

Probe in der THEO

Weitere bewegende Proben folgten nach den Sommerferien mit den KLA-2HH UNESCO SchülerInnen. Step by step ist die Gruppe gewachsen. Ganz viel Offenheit wurde stest von den Sonneblumenkids Cous Cous der Tanz Oase in die Prozesse eingebracht.
Das Herz mit: "Ich mag euch" auf der Zunge, wurden eher die UNESCO SchülerInnen in die Tanzworkshops einbezogen als umgekehrt. Wieder einmal hat sich Kunst, Tanz und Musik als geeignet Basis für gemeinsame und intensive Lernerfahrungen erwiesen. Nach dieser Probe schrieb mir einer der Break-Dancer : "Anne, ich muss die ganze zeit über das was heute war nachdenken , so wie cous cous heute die schritte mitgemacht haben, hat mich echt bewegt. Ich glaube die hatten echt spass am tanzen smile Schade, dass sie nicht ihre wahre kreativität zeigen können in unserer Gesellschaft. Danke für diesen Tag. Der hat mir sehr viel gegeben. Dafür bin ich gerne später zur arbeit gegangen ".

Der Besuch von Maite Kelly an den KLA

Für das interreligiöse Projekt: "Sei, wie du erscheinst oder erscheine, wie du bist" RUMI wurde der 2 HH UNESCO Kurs mit dem ersten Preis der Bertelsmann Stiftung ausgezeichnet. Der nicht monetär definierte Preis war ein Besuch und ein Gespräch mit Maite Kelly direkt an den KLA. Bei der Gelegenheit wurde auch das neue Inklusionsprojekt vorgestellt. Maite Kelly war begeistert von dem Titel und dem Ansatz des Projektes. Zu diesem Anlass hatten wir auch Darnell eingeladen, eines der zeichnerisch hochbegabten special talents. Wir konnten ausstrahlen, dass an den Schulen ganz neue und innovative Welte(n)rfahrungen gemacht werden und Förderung dafür von außerschulischen Partnern wie dem Präventionsrat der Stadt Bremerhaven (Mut gegen Gewalt) und der swb-Bildungs-initiative kommen.

Die Generalprobe im Ella Kappenberg Saal

Die Generalprobe für die Aufführung von (Er)FINDE DICH neu mit Sequencen vor 600 SchülerInnen im Stadttheater Bremerhaven im Rahmen der SchulCOOLTOURwoche sowie der Goetheschule (einer Primarschule an der Alles-wird-gut Kardelen zur Schule geht) fand mit Eltern, Schülern, Jugendlichen und den beteiligten KünstlerInnen im Ella Kappenberg Saal statt. Bei der Vorstellung eines vom UNESCO geprobten Sketches zum Thema Inklusion vor den Eltern wurde sehr schnell fühlbar, wie sehr unsere Sprache dazu neigt unintendiert auszugrenzen oder auch nur ein einziges Wort Missverständlichkeiten hervorrufen kann. Durch Sprache äußern wir unseren Bewusstseinsstand und die Absetzung des kleinen Stücks machte die Überflüssigkeit der Darstellung dar. Damit wären wieder Unterschiede herbeigerufen worden. Solange Menschen bewerten, be- und verurteilen sowie Unterschiede denken, versprachlichen oder gar handelnd umsetzen, gibt es keine Begegnungen auf einer Augenhöhe.
Das Menschenrecht INKLUSION scheint nicht nur die Menschlichkeit voranzubringen und die Rückbesinnung auf Schwesterlichkeit und Brüderlichkeit, sondern auch mit dazu beizutragen die Dualität in unserem Bewusstsein auflösen zu helfen. Mit Worten bewusst umgehen zu lernen gehört als Schwerpunkt in diese gemeinsamen Lernprozesse. Hier einige Statements der beteiligten Schülerinnen:
"Unsere special talents bleiben sich selber treu", "Jeder sollte sie für ihre besonderen Begabungen ehren und schätzen", "Es ist interessant die Welt so kennen zu lernen, wie sie von unseren besonders begabten Kindern gesehen wird", "Eine neue Erfahrung mit anderen Sinneswahrnehmungen umgehen zu lernen".

Auf jeden Fall ist die Empathiefähigkeit, die soziale und emotionale Intelligenz und vor allem das einfache und menschliche Miteinander bei uns allen gewachsen.

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