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Beschreibung

Projekt gegen Gewalt

Trotz des Rückgangs der absoluten Fallzahlen in der polizeilichen Kriminalstatistik ist dieses bezogen auf die Körperverletzungsdelikte nicht zu konstatieren. Hinzu kommt, dass allgemein der Eindruck formuliert wird, dass die Delikte von mehr Hemmungslosigkeit und Grausamkeit gekennzeichnet sind und gravierende Folgen aufweisen. Für den Jugendbereich wurde deshalb im Lande Bremen von vier senatorischen Behörden das Handlungskonzept "Stopp der Jugendgewalt" mit einer Vielzahl von Projekten aufgelegt. Den auch für den Erwachsenenbereich identischen Ursachen, nämlich fehlende Partizipationsmöglichkeiten in gesellschaftlicher wie auch persönlicher Hinsicht und daraus erwachsende Frustrationen und "Sprachlosigkeit" wird bisher nichts entgegengesetzt. Anders als im Jugendbereich mit seinem Spektrum an Jugendhilfemaßnahmen nach dem SGB VIII, wird auf den erwachsenen Gewalttäter primär mit den Mitteln - strafrechtlicher - Sanktionen reagiert; eine Verhaltensmodifizierung erwartet hierdurch ernsthaft niemand.
Körperliche Gewaltausübung ist zu über 80% eine Männerdomäne. Neben den tatsächlichen Opfern beeinträchtigt diese aber auch das subjektive Sicherheitsempfinden breiter Schichten der Gesellschaft (siehe entsprechende Medienberichterstattung) und schafft - auch von Tätern bewusst gewollt - ein Klima der Angst. Den verschiedenen Facetten der ausgeübten Gewalt - z. B. auch häusliche Gewalt mit der Reaktion der "Wegweisung" - basieren auf den geschilderten gleichen Grundlagen, dem u.E. mit dem folgenden skizzierten Projekt präventiv und nachhaltig begegnet werden kann. Ein "Anti-Gewalt- oder -Aggressionstraining" für erwachsene Männer gibt es in Bremerhaven nicht; es gibt keine Organisation und keine Struktur, keinen Kostenträger und keinen Verantwortlichen, der dieser offenkundigen Problematik entgegentritt. Dieses Projekt wäre ein erster Schritt, der, bei einer entsprechenden Evaluation der Wirksamkeit, auch zu einer beständigen Maßnahme führen könnte.

Zielgruppe

Erwachsene männliche Gewalttäter

  1. strafrechtlich relevante (einfache; schwere; gemeinschaftliche) Körperverletzungsdelikte mit und ohne Strafantrag
  2. im häuslichen Bereich in Familien und Partnerschaften; mit und ohne Strafantrag
  3. bei der Arbeitsvermittlung (verhaltensbedingte Schwierigkeiten).

Ziel

  • Frühzeitige Intervention
  • Auseinandersetzung mit dem Delikt
  • Verhaltensmodifikation
  • Nachhaltigkeit

Umsetzung

  • Nutzung der vorhandenen Kooperationsstrukturen mit der Justiz, Polizei, Amt für Jugend, Familie und Frauen, Frauenhaus und Gesundheitsamt,...
  • Moduales System analog der sozialen Trainingskurse der Jugendhilfe (Gruppenarbeit, therapeutische Ansätze)
  • Evaluation/Wirksamkeit
  • Nachhaltigkeit
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