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Beschreibung

Puppenbühne Bremerhaven Die Erfahrungen des letzten Jahres machen deutlich, dass es ein Medium gibt, welches uns unseren Zielen - Nahebringen von Regeln und Grenzen hin zu langfristig positiven Veränderungen und zur Verhinderung von Straftaten - sehr nahe bringt: Handpuppen aus Pappmaché sind es, die diese Wirkung erzeugen und die gewünschten Informationen dem Publikum effektiv, das heißt nachhaltig, vermitteln. Kein anderes Medium schafft es so schnell, die Herzen von Kindern und Erwachsenen zu öffnen und so Aufnahmebereitschaft herzustellen, um ein ernstes Thema zu transportieren. Die Puppen gestatten dem Publikum kleine Episoden aus deren „Leben“ zu begleiten und daran teilzuhaben. Das Fehlen einer Mattscheibe, wie beim Fernsehen, vermittelt Nähe und führt zu Betroffenheit. Genau das ist das Klima, in dem Lerninhalte gut vermittelt werden können.

Neben vielen anderen Länderpolizeien wurde zu Beginn des Jahres 2002 auch in Bremerhaven eine Polizeipuppenbühne zum Zwecke der Kriminalprävention ins Leben gerufen. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung aus einem EU-Förderprogramm „Mut gegen Gewalt“ zur Verbesserung der Lebensqualität in Geestendorf konnten die Bühne und die Ausbildung realisiert werden. Acht BeamtInnen aus den verschiedensten Sparten unserer Polizei nehmen diese Aufgaben ehrenamtlich wahr. Das erste Stück wurde in Zusammenarbeit mit dem Polizeifortbildungsinstitut Neuss entwickelt und unter der Leitung des Dozenten, PHK Kressin, einstudiert.

Das 20 Minuten andauernde Stück „Mut tut gut“ begleitet den jugendlichen Räuber Leon und sein jüngeres „Dauer-Opfer“ Benni. Der Zuschauer erfährt u.a. wie Benni aus der scheinbar ausweglosen Situation geholfen wird. Deutlich wird aber auch, welche Folgen Leon aufgrund seiner Straftaten ertragen muss.

Im Anschluss an die Aufführung kann mit den anwesenden Polizeibeamten diskutiert werden. In diesen Situationen kommt es dann regelmäßig vor, dass sich Kinder als Opfer zu erkennen geben, die bislang nicht den Mut hatten, bei irgend jemandem Hilfe einzufordern.

Eingebettet in eine Kooperation von Schule und Polizei wird dieses Thema z. Zt. in den 5. – 7. Jahrgängen angeboten, wobei die Schule die unerlässliche Vor- und Nachbereitung übernimmt. Die Puppenbühne ist mittlerweile vor ca. 3000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aufgetreten. Wir haben nach jedem Auftritt in die Augen von 12 – 14-jährigen Kindern blicken müssen, die teilweise über lange Zeit von anderen „abgezogen“ und drangsaliert worden sind. Diesen Kindern dann mit Hilfe der Jugendsachbearbeiter, der Kontaktpolizisten und Sachbearbeitern der Ortspolizeibehörde wirklich den Leidensdruck nehmen zu können, bestätigt uns in der Sinnhaftigkeit unserer Arbeit.

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Fotos
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Presse

Pöbelnde Puppen helfen der Polizei
Pöbelnde Puppen helfen der Polizei
(Nordsee-Zeitung vom 16.03.2002)

Polizisten-Kasperl
Polizisten-Kasperl
(TAZ vom 16.03.2002)

Pappmaché-Pärchen hebelt Fiesling aus
Pappmaché-Pärchen hebelt Fiesling aus
(Nordsee-Zeitung vom 04.05.2002)

Benny lässt sich nicht alles gefallen
Benny lässt sich nicht alles gefallen
(Sonntags-Journal vom 05.05.2002)

Einmaliges Projekt im Land Bremen
Einmaliges Projekt im Land Bremen
(Nordsee-Zeitung vom 00.06.2003)
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